EMPOWER-MENTAL

Mein Herzensprojekt

EMPOWER-MENTAL ist mein ganzheitliches Workshop-Konzept zur Bewältigung von Rassismus- und Sexismuserfahrungen. Ich biete meinen Workshop-Teilnehmenden Nahrung für Kopf und Körper an. In den Workshops kombiniere ich einen psychologischen-kognitiven Ansatz mit Fitness und Empowerment.

„Empowered bedeutet: Ich kann ich sein – egal was du von mir denkst. Es bedeutet Befreiung.“

(Nissir-Shahnian 2013: 24)

Nahrung für Kopf:

Ich begleite die Teilnehmenden darin, ihre Rassismus- und Sexismuserfahrungen zu reflektieren und aufzuarbeiten. Der Prozess beinhaltet die Reflexion über Rassismus sowohl als gesamtgesellschaftliches Phänomen als auch als kollektive und individuelle Erfahrung. Während der Workshops ermutige ich die Teilnehmenden sich mit ihren internalisierten Rassismus- und Sexismuserfahrungen auseinanderzusetzen. Insbesondere gehen wir dabei auf internalisierte Glaubenssätze ein. Den Teilnehmenden gebe ich Tools und Konzepte an die Hand, um ihre Erfahrungen zu bearbeiten, ihre Ressourcen zu identifizieren und somit selbstwirksamer im Umgang mit Rassismus und Sexismus zu werden. Gerne arbeite ich in Einzel- sowie Gruppenarbeit. Die Gruppenarbeit beinhaltet kollektive Bewältigungsstrategien, Solidarität und Erfahrungsaustausch. Mehr erfahren Sie weiter unten im Text sowie im Menüpunkt „Workshops“.

Nahrung für Körper:

Schon bell hooks (1993) beschrieb, dass Rassismus und Sexismus schädlich für den Körper und den Geist seien. Der Körper erlebt Rassismus- und Sexismuserfahrungen als Stressoren. In meiner Sporteinheit unterstütze ich die Teilnehmenden, die durch Diskriminierungserfahrungen kumulierte Energie abzubauen. Sie lernen zudem ihren Körper mehr zu spüren und zu stärken. Sport hilft uns darin, uns geistig fitter zu fühlen, von negativen Gedanken zu befreien, Stress abzubauen und selbstwirksamer zu werden (Fuchs & Klaperski 2018). Das Gemeinschaftsgefühl und die hormonelle Balance bewirken eine tolle Workshop-Atmosphäre. Zusätzlich zur Sporteinheit biete ich einen Kochkurs an, der Teil der Workshops sein kann. Eine vollwertige Ernährung stärkt unseren Körper und auch unsere Seele.

Ich rege die Teilnehmenden dazu an, einen personalisierten Gesundheitsplan zu erstellen und auch im Nachgang zu den Workshops umzusetzen. Die Teilnehmenden sollen mehr Wellness, Self-Care und Stressbewältigung in ihrem Alltag erleben können.

Was bedeutet für mich Empowerment?

Abgeleitet aus dem angloamerikanischen Wort power – Stärke, Macht – bedeutet empowerment im Deutschen Selbstbemächtigung, Selbststärkung. Dabei handelt es sich um einen ressourcenorientierten und machtkritischen Ansatz. Er bietet für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen ein wichtiges Instrument sowohl für die politische Selbstorganisierung gegen Ungleichheit und Diskriminierung als auch zur Selbststärkung, Selbstbestimmung und Partizipation im Sinne individueller und gesellschaftspolitischer Veränderungen (Meza Torres und Can 2013: 27).

Mein Konzept für Empowerment-Workshops habe ich EMPOWER-MENTAL genannt, da ich mir die Kernelemente des Empowerments zunutze mache, zugleich betone ich durch meine Schreibweise das Wort „mental“. Wichtiger Schwerpunkt meiner Workshops sind nämlich mentale Prozesse, d.h. psychologische und kognitive Prozesse, die mit der Verarbeitung und der Bewältigung von internalisiertem Rassismus und Sexismus zusammenhängen.

Was ist Critical Wellness?

Wenn ich Critical Wellness definieren müsste, dann würde ich es folgendermaßen tun:

„Critical Wellness ist ein ganzheitlicher und bewusst ergriffener Weg hin zur Dekolonisierung von Kopf und Körper, um Selbstverwirklichung zu erreichen. Critical Wellness versucht den Spagat zwischen gesellschaftlicher Partizipation bzw. Aktivismus (Community-care) und dem persönlichen Wohlergehen (Self-care) zu vereinbaren, so dass auch marginalisierte Menschen den sozialen Wandel mitgestalten. Critical Wellness ist ein Prozess und kein Zustand.“

Viele Personen fragen mich, warum ich das Wort „Critical“ dem Wort „Wellness“ voranstelle. Nur wer an sich selbst arbeitet ist für den politischen Aktivismus und den sozialen Wandel gewappnet. Ich bin, weil wir sind und wir sind, weil ich bin. Wir sind interconnected. Und auch mein gesundheitlicher Zustand wirkt sich auf meinen Aktivismus aus und mein Aktivismus auf meinen gesundheitlichen Zustand.

Deswegen ist Wellness kritisch.

Deswegen ist Wellness politisch.

Deswegen ist Wellness widerständig.

Deswegen ist Wellness ganzheitlich.

Deswegen ist Wellness ermächtigend.

Literataur

Georg, Mariela (2020). Critical Wellness: Der Link zwischen politischem Aktivismus und Self-care. Erschienen in tbd*community am 31.8.2020 https://www.tbd.community/de/a/critical-wellness

Georg, Mariela (2020). Critical Wellness: ist ein Prozess und kein Zustand. Erschienen in tbd*community am 7.9.2020 https://www.tbd.community/de/a/critical-wellness-ist-ein-prozess-und-kein-zustand

Georg, Mariela (2020). An introduction to Critical Wellness: the link between political activism and self-care. Published by tbd*community on Sept. 3d 2020 https://www.tbd.community/en/a/introduction-critical-wellness

Fuchs R., Klaperski S. (2018). Stressregulation durch Sport und Bewegung. In: Fuchs R., Gerber M. (eds) Handbuch Stressregulation und Sport. Springer Reference Psychologie. Springer, Berlin, Heidelberg

hooks, bell (1993). Sisters Of the Yam: Black Women and Self-Recovery. Boston, MA: South End Press.

Nissir-Shahnian, Natascha (2013). Dekolonisierung und Empowerment (S. 16-25). In Empowerment (2013). Hrsg. Heinrich-Böll-Stiftung. https://heimatkunde.boell.de/sites/default/files/dossier_empowerment.pdf (Abruf 28.11.2017).

Meza Torres, Andrea; Can, Halil (2013). Empowerment und Powersharing als Rassismuskritik und Dekolonialitätsstrategie aus der People of Color-Perspektive. In Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.), Empowerment (S. 26-41). https://heimatkunde.boell.de/sites/default/files/dossier_empowerment.pdf (Abruf 28.11.2017).

Foto 1: foto-grund.de Jasmin Burkhardt

Foto 2: Mariela Georg

Foto 3: Monique Betz